Ehrlich gesagt: Wenn man sich anschaut, wie Grundlagen der Ernährung meistens vermittelt werden, bleibt oft ein schaler Nachgeschmack. Tabellen, Kalorien, Makronährstoffe—ja, alles irgendwie wichtig, aber wieso bleiben so viele nach dem “Grundkurs” trotzdem unsicher, sobald es um echte Entscheidungen im Alltag oder gar um Kommunikation mit Klient:innen geht? Wer wirklich in der Branche unterwegs ist, weiß, dass Wissen allein nicht reicht. Was nützen einem Zahlen, wenn das Verständnis für Kontext, individuelle Lebensrealitäten oder gar die feinen Unterschiede bei Allergenkennzeichnung fehlt? Und noch schlimmer: Viele kennen zwar die Theorie, aber können sie nicht in die Sprache des Gegenübers übersetzen. Ich habe oft erlebt, dass selbst erfahrene Diätassistent:innen sich schwertun, wenn sie plötzlich vor einer Beratung stehen, in der "Zufuhradäquanz" eben nicht bedeutet, dass alle Nährstoffe mathematisch abgedeckt sind. Was mir an diesem Ansatz besonders ins Auge sticht (und ehrlich gesagt: das ist selten), ist die konsequente Verbindung von Fachwissen mit der Fähigkeit, kritisch zu denken—und zwar im wörtlichen Sinn. Hier geht’s nicht darum, Ernährungsmythen aufzuzählen oder pauschal Empfehlungen zu geben. Sondern: Wie erkenne ich die feinen Nuancen, wenn ein Produkt “proteinreich” deklariert wird, es aber eigentlich auf die biologische Wertigkeit ankommt? Oder wie diskutiere ich mit Kolleg:innen, wenn der Begriff “Bedarfsdeckung” plötzlich im Marketing-Kontext auftaucht? Genau diese Sprachsensibilität, dieses ständige Hinterfragen, ist es, was die meisten Weiterbildungen vermissen lassen—und was in der Praxis den Unterschied macht. Wer hier nicht nur mitliest, sondern wirklich eintaucht, merkt schnell: Oberflächenwissen reicht nicht. Und ja, manchmal wünsche ich mir, mehr Profis würden sich trauen, genau das offen einzugestehen.
Nach der Anmeldung stolpert man erstmal über die ganzen bunten Grafiken—irgendwie wirken die immer freundlicher als trockene Tabellen. Die erste Woche, das weiß ich noch, dreht sich viel um Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Fette, Proteine. Aber nicht wie in so einem Schulbuch, sondern eher wie bei einem entspannten Küchengespräch: „Was ist eigentlich in deinem Müsli drin?“ Diese Alltagsnähe zieht sich durch, manchmal merkt man gar nicht, dass man gerade etwas lernt. Manchmal kommen kleine Quizfragen, meistens dann, wenn man gerade denkt, jetzt hab ich’s verstanden—und dann steht da plötzlich: „Welches Fett ist in Avocados?“ und ich muss erstmal nachgucken, was ich gestern eigentlich gegessen habe. Und immer wieder diese Sache mit Portionsgrößen. Ich habe immer noch kein Gefühl für die berühmte „Handvoll Nüsse“, aber anscheinend geht’s niemandem anders. Rezepte tauchen zwischendurch auf, meist wenn man sie nicht erwartet. Letzte Woche gab’s zum Beispiel einen Vorschlag für einen Quinoasalat mit Granatapfelkernen. Ich hab’s probiert, Granatapfel war überall, auch auf dem Boden—es war ein kleines Chaos, aber immerhin bunt. Was sich durch alles zieht: Man wird ständig dazu angestupst, mal genauer hinzuschauen. Nicht nur, was auf dem Teller liegt, sondern auch, wie man sich dabei fühlt. Manchmal gibt’s Reflexionsfragen wie: „Wie wach warst du nach dem Frühstück?“ Die Antworten sind nie so eindeutig, aber irgendwie setzt sich das alles fest, so leise und beharrlich.
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